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Im Schnee statt an den Tischen", Graubünden sperrt auch Außenbereiche bei den Bergrestaurants

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Die Enttäuschung ist groß

Obwohl nun auch Graubünden seine Restaurant-Terrassen schließt, ist der Entscheid des Bundesrates sehr enttäuschend. Letztendlich konnte dank der kantonalen Teststrategie die Anzahl der Infektionen reduziert werden.

Es war im Voraus absehbar, dass die gestrige Entscheidung des Bundesrates gewalttätige Reaktionen hervorrufen würde. Vor allem der Streit um die Außenbereiche von Gastronomiebetrieben erhitzt die Gemüter. "Es ist klar, dass mit der heutigen Entscheidung die Terrassen geschlossen werden müssen", sagte Berset am Mittwoch.

Eine besonders zerknirschte Rektion kommt aus Graubünden. Im Wintersportkanton mit seinen vielen Skigebieten ist das Thema Terrasse alles andere als irrelevant. Die kantonale Regierung hat die Regeln bereits im Januar gestrafft, obwohl sie in Wirklichkeit nicht dazu ermächtigt wurde.

Die Terrassen des Restaurants werden geschlossen, jedoch nur mit großer Zurückhaltung.

Versuchsstrategie nicht anerkannt

Am Freitag 26.02.2021 werden die Graubünden-Skilifte darüber informiert, dass die Terrassen für Mitnahmeangebote in den Skigebieten geräumt werden müssen, sagte Regierungsberater Peter Peyer (SP) in einer ersten Reaktion am Mittwoch. Skifahrer würden jetzt wieder unkontrolliert im Schnee, anstatt an Tischen zu sitzen.

Laut Peyer ist es für die Kantonsregierung nicht leicht, die positiven Zeichen des Bundesrates zu erkennen. Graubünden missfiel besonders, dass die Landesregierung die Prüfstrategie der Kantone nicht würdigte. "Wir sind in Graubünden auf dem richtigen Weg. Der Bundesrat hätte eine mutigere Entscheidung treffen können", betonte Peyer.

Die Zahl der Fälle im Kanton ist seit Anfang Februar rückläufig. Die Wirtschaft brauche deutlich mehr Perspektiven, sagte Stadtrat Marcus Caduff (CVP). Die positiven Aspekte der Bündner Prüfstrategie wurden jedoch nicht berücksichtigt.

Es hat keinen Sinn mehr, sich zu beschweren

In anderen Kantonen sind die Reaktionen nicht so stark wie in Graubünden. Die Bündner wissen aber, dass die Mehrheit der Kantone hinter ihnen steht.

Auch die Berner Regierung hätte sich "behutsame Anpassungen im Gastgewerbe" gewünscht und selbst im Wallis hätten die Außenbereiche gerne am 1. März geöffnet.

Wie erwartet war die Antwort negativ. Präsident Gastro Graubünden Franz Sepp Caluori hatte vom Bundesrat mehr Mut erwartet. Caluori sagte: „Anstatt die Terrassen für uns zu schließen, hätte die kantonale Regierung die Öffnung der Terrassen von Wintersportgebieten auch in anderen Kantonen veranlassen können“, sagte der Besitzer eines Luxushotels im Kanton Graubunden.

Aber er gab auch zu: " Poltern ist jetzt nutzlos. Unsere Hoteliers müssen sich jetzt auf die Wiedereröffnung vorbereiten."

Stand: 24. Februar 2021